Über mich

Mitten in den 60ern erblickte ich in Stuttgart das Licht der Welt. Ich hatte das Glück, in meiner frühen Kindheit im Hafen in Stuttgart (ja, echt, die haben einen Hafen –der Neckar fließt durch Stuttgart…) verbringen zu dürfen. Wo heute Parkplätze und erweiterte Fabrikanlagen stehen, waren dort früher riesige brachliegende Flächen, zugewuchert mit Unkraut und Gestrüpp. Aber auch wilde Brombeeren und Rhabarber waren dort zu finden. Und… durch die vielen Speditionen entlang des Neckars auch jede Menge Baumaterial für unsere geheimen Hütten. Als die Pubertät begann, zogen wir um in Richtung Innenstadt. Zum Hauptbahnhof waren es 10 Minuten mit der Straßenbahn. Dank Schülermonatskarte war ich mehrmals in der Woche in der Stadt (…Königstraße…). Da dort in den Kaufhäusern bereits Schachcomputer und auch die ersten PCs (PET2001, TRS) ausgestellt waren, hat es viele Gelegenheiten gegeben, sich schon da mit diesen aufregenden „Spielzeugen“ zu beschäftigen.

Als ich knapp 16 Jahre alt war, wurde ich in die Rhön „verschleppt“. Von Stuttgart-Ostheim nach Ostheim in der Rhön. Grund war, dass meine Eltern hier das Häuschen meiner verstorbenen Großmutter übernommen hatten. Allerdings in einem Zustand, wie er damals in Bayern in alten Häusern nicht unüblich war: „Plumpsklo“, eine Feuerstelle in der Küche, ein Wasserhahn mit fließendem,
kalten Wasser. Nichts für Städter also. Der „städtergerechte“ Umbau fiel dann umfangreicher aus als ursprünglich erwartet; so war die finanzielle Situation irgendwann so angespannt, dass ein Umzug in das eigene Häuschen in der Rhön und die Aufgabe der Mietwohnung in der Stadt unumgänglich wurden. So kam dann der Mozer in die Rhön.

In dem einen oder anderen Blog-Beitrag werde ich noch näher auf diesen Kulturschock eingehen…

Dann folgte ein Abitur in Bayern. Lust auf ein Studium hatte ich nicht – zu weit hinkte damals die Informatik an den Hochschulen den aktuellen Gegebenheiten in der Realität hinterher. Erst mal war der Grundwehrdienst angesagt. Aus bestimmten Gründen (…evtl. später im Blog…) dauerte der bei mir allerdings nur 15 Tage – und keine (wie damals üblich) 15 Monate.

Schneller als erwartet sah ich mich nun genötigt, mein Taschengeld aufzustocken. Und zwar schnell. Als schnelle Notlösung bin ich dann als Maschinenbediener bei einer kunststoffverarbeitenden Firma in Mellrichstadt gelandet. Klar war, dass es damit nicht getan sein konnte. Dummerweise wurde diese Fabrikarbeit sehr gut bezahlt, so dass die Motivation, mit einer Lehrlingsvergütung über die Runden kommen zu müssen doch sehr gedämpft war.

Durch glückliche Umstände konnte ich dann eine Lehre zum Industriekaufmann machen. An diesen glücklichen Umständen ist die Privatbrauerei Peter maßgeblich beteiligt… und auch dazu wird es vielleicht im Blog mal was zu lesen geben.

Nach ein paar Jahren in der Brau- und Discothekenbranche ergab sich der Kontakt zu einem Systemhaus in Brüchs (an die, die aus der Gegend hier kommen und nun die Stirn runzeln: Ja. Wirklich. In Brüchs bei Fladungen). Dort war ich mit einem Warenwirtschaftssystem beschäftigt, das wir gezielt für Betonwerke entwickelt hatten. Meine Aufgabe war nicht nur die Programmierung, sondern auch die Installation und Wartung bei den in ganz Deutschland verteilten Kunden. Das damals für solche Zwecke gerne verwendete Betriebssystem war SCO-Unix und die SQL-Datenbank nannte sich „Informix“.

Irgendwann war ich mit dieser Arbeit unzufrieden – und genau da kam das Angebot eines Freundes, bei ihm in einer Tiefbaufirma anzufangen. Neben der Ertüchtigung der EDV dort war ich auch für den Einkauf zuständig. Diese Tätigkeit führte ich nur fünf Jahre lang aus – aber sie prägt mich bis heute. Und sicher wird in dem einen oder anderen Beitrag etwas aus dieser Zeit zu lesen sein.

Dann begab ich mich in die Selbständigkeit. Das lief gar nicht so schlecht, auch wenn Computer noch lange nicht so verbreitet waren wie heute. Auch dazu wird es Anekdoten geben…
Einer meiner Kunden war eine kleine Dorfbrauerei – die gerade dabei war, ein neues Produkt zu entwickeln und markttauglich zu machen. Dieser Kunde beanspruchte meine Zeit mehr und mehr, so dass immer weniger Zeit für andere Kundschaft übrig war. Es folgte ein Entschluss, dessen Tragweite ich damals noch gar nicht abschätzen konnte. Die kleine Brauerei hat mich fest eingestellt. Zuerst habe ich mich nach wie vor um die paar Rechner dort gekümmert, aber eben nebenher um viele Dinge, die damals noch überschaubar waren: Postversand, Paketversand, Beauftragung von Speditionen usw. Und plötzlich wurde dieses neue Produkt wahnsinnig erfolgreich. LKW-Schlangen, die Ware abholen wollten. Mitunter wöchentlich Fernsehteams in der Firma, die über dieses neue Produkt berichten wollten. Viele neue Mitarbeiter, mehrere angemietete Büros und vieles mehr. Unversehens war ich Abteilungsleiter und IT-Leiter einer namhaften, mittelständischen Firma.

Nach wenigen Jahren hat sich dann ein größerer Konzern an der Firma beteiligt – die Herausforderungen durch das schnelle und immense Wachstum forderten ihren Tribut. Ich kann kaum beschreiben, wie sich mein Horizont dadurch erweitert hat. „Enterprise-IT“ lässt grüßen. Es gibt so vieles, was ich durch diesen Einstieg gelernt habe – und einiges davon wird sich im Blog nachlesen lassen.

Ein paar Jahre später wurde die Firma dann von einem anderen Konzern übernommen. Das änderte meinen Status erneut. Aber diesmal war es anders. Bedingt durch die andere Aufstellung des neuen Inhabers im IT-Bereich ist am „Standort“ selbst nicht mehr so viel zu tun. Ich hatte das Glück, mich mit den neuen Inhabern dahingehend zu einigen, dass ich nur noch begrenzt angestellt tätig bin – und ich mich ansonsten um meine Selbständigkeit kümmern kann.
Und da sind wir nun…